 |
Wesfalenpost Hagen
Kleine mischen die Welt der Großen auf
17.09.2006
Hagen. "Mama, was arbeiten eigentlich die Leute hier im Museum?" fragt der neunjährige Paul seine Mutter. "Bilder abstauben, den Flur wischen, Eintritt kassieren und solche Dinge, denke ich", antwortet diese. "Und den Rest des Tages?" will Paul wissen und muss feststellen, dass außer "Hmm . . ." nicht mehr viel von Mama kommt. "Kinder mischen mit!" ist das Motto des ersten Hagener Stöbertages, der am Donnerstag, 12. Oktober, von der Evangelischen Jugend, den offenen Ganztagsschulen und der Evangelischen Erwachsenenbildung veranstaltet wird. Das Angebot richtet sich an alle interessierten Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren.
Die Idee des Stöbertages kommt ürsprunglich aus Belgien, heißt dort "Roefel" und hat das Ziel, Kindern die Berufswelt der Erwachsenen aktiv näher zu bringen. Dieses durchaus erst einmal langweilig klingende Modell gibt es bereits seit 1997 in Nordrhein-Westfalen und die Erfahrungen seien durchweg positiv ausgefallen, so die Veranstalter. Denn es seien mehr als bloß staubige Erzählungen über die einzelnen Berufsfelder.
Die 39 beteiligten Betriebe, die sich an der Hagener Premiere beteiligen, hätten dafür gesorgt, dass die Kinder aktiv und kindgerecht erleben können, was es beispielsweise heißt, Oberbürgermeister zu sein, in einem Altenwohnheim zu arbeiten und zu erleben, dass es im Museum mehr zu erledigen gibt, als Bilder abzustauben.
"Kinder sollen so konkret wie möglich die Berufe der Erwachsenen erleben", beschreibt Kornelia König von der Evangelischen Erwachsenenbildung das Konzept.
Der Stöbertag beginnt um 9 Uhr morgens beim CVJM, Märkischer Ring 101, und endet ebenfalls dort um 16 Uhr. Vor Ort werden die Kinder in Gruppen eingeteilt und in die einzelnen Betriebe begleitet, die entweder zu Fuß oder mit Bussen zu erreichen sind. Besichtigen kann jedes Kind zwei Betriebe. Einen am Vor- und den anderen am Nachmittag. In den Kosten von zwei Euro ist ein Mittagssnack enthalten.
Anfang nächster Woche gibt es bei der Evangelischen Jugend, Rathausstraße 31, einen "Stöberpass", dem man entnehmen kann, was für Betriebe welche Angebote haben. Unter anderem stehen das Karl-Ernst-Osthaus-Museum, das Westfälische Freilichtmuseum, der Hof Halden, die Junge Bühne Lutz, das Polizeipräsidium Hagen, das Wahlkreisbüro der SPD, sowie die WESTFALENPOST-Stadtredaktion zur Auswahl.
Neben den geplanten 90 Kindern der offenen Ganztagsschulen können insgesamt 150 Kinder den Erwachsenen Löcher in den Bauch fragen und fleißig mit anpacken.
Anmeldungen werden in der Rathausstraße 31 entgegen genommen. Weitere Informationen unter Tel: 349 20 28."
von Jennifer Gottmann
|